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MOBX 2015 Eingang

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kuehlhaus auf der MOBX 2015

Kleine Screens ganz groß

Spannende Vorträge über UX auf Small Screen Devices - so war die MOBX 2015

Vom Fahrkartenautomaten über unsere Smartphones bis zu Bordcomputern im Auto, Small Screen Devices begleiten unseren Alltag - oftmals mit fragwürdiger Usability. Auf der MOBX in Berlin treffen sich jedes Jahr Kreative um sich in Vorträgen und Workshops über Smart Experiences und Usability auf kleinen Bildschirmen auszutauschen. Kuehlhaus war natürlich auch mit dabei.

Der Tag startete mit dem Onboarding Spezialisten Samuel Hulicks, Autor von useronboard.com.
In seinem Vortrag „Growing Your Userbase with Better Onboarding“ benennt Samuel Frustration als Motivation der  User, sich für Produkte zu registrieren. Der Wunsch der User ist, mit Hilfe der App oder dem Service eine bessere Version von sich selbst zu erhalten. Aufgabe der Apps ist es, sich mit gutem Onboarding der Probleme der User anzunehmen und sie von Punkt A zu Punkt B in ihrem Leben zu bringen, nicht von Punkt A zu Punkt B in der App. Dabei bedient Samuel sich Mechanismen aus Verhaltenspsychologie, Gamedesign und sogar der Filmbranche. 

Besonders spannend waren  die Vorträge von Marius Veltman und Emma Rozada.
Marius ist Gründer und CEO von Artis Universalis, einer Creative Design Agentur aus den Niederlanden. Er zählt zu den führenden Innovatoren auf dem Gebiet der Rich Media Entwicklung. Regelmäßig reizt er Mobile Web und HTML5 Development bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten aus. In seinem Vortrag „New Frontiers in B2B“ zeigte er einige Beispiele seiner Arbeit an B2B Mobile Apps und sprach über die Designprozesse, mit denen er die Zustimmung seiner Kunden erlangen konnte.
Emma Rozada gründete 2003 ihr erstes designorientiertes Technologie Startup. Damals entwickelte sie ein System für Restaurants, das auf Touchscreens basierte. 2006 hatte sie erstmals Kontakt mit der Automobilbranche und designte Interfaces für peripheres Sehen. Seit 2007 ist sie Design Director und Gründerin von Interaktionsbyrån. Zu ihren Kunden zählen Automobilhersteller aus Schweden, Deutschland, Frankreich, England, USA, China und Russland.
In ihrem Vortrag „The perfect storm within the Automotive industry“ sprach Emma von einem Wandel, der sich gerade in der Automobilbranche vollzieht. Hierbei geht es nicht nur um die Entwicklung hin zu alternativen Antriebsmotoren ohne fossile Brennstoffe, sondern vor allem auch um die Interaktion mit dem Auto. Erst kürzlich gestaltete sie für Volvo ein Display, das völlig ohne Zeigerinstrumente auskommt. Die Zukunft der Automobilbranche liegt nicht mehr nur im Verkauf von Autos und Reifen, sondern vor allem in Software as a Service. Man wird weniger ein Auto kaufen, als Mobilität als solches, bzw. Services, die Mobilität ermöglichen, wie z.B. bei selbstfahrenden Autos.

Nach der Pause mit Networking und Fachsimpeln kam der zweite Block. Sehr interessant waren die Erkenntnisse von Christian Holst aus Dänemark. Christian ist Mitgründer des Baymard Institute. Dort führt er groß angelegte Usability Studien durch und generiert Benchmark Datenbanken führender E-Commerce Seiten. Das Baymard Institute half schon einigen Fortune 500 Unternehmen, ihre Websites zu optimieren. In seinem Vortrag präsentierte er sechs seiner  Erkenntnisse, die er aus umfangreichen Tests weltweit führender Mobile E-Commerce Seiten gewann.

Im letzten Block kamen die Stars der Webdesign Szene zu Wort. 
Zuerst Brad Frost, seines Zeichens Webdesigner, Autor und Berater. Er hat auch an etlichen Tools für Webdesigner mitgearbeitet. Eine Liste dieser sehr hilfreichen Projekte findet sich auf seiner Website. In seinem Vortrag erklärte Brad den von ihm geprägten Begriff Atomic Design. Brad beaobachtete, wie in der Web Community in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Hilfsmitteln und Tools in Form von Styleguides, Patternlibraries etc. aufkamen, die dazu dienten, Websites in ihre einzelnen Bausteine zu zerlegen. Mit Atomic Design kreierte Brad seine eigene Methode, Websites in ihre elementaren Bestandteile aufzuteilen, um diese besser zu verstehen. Dieses Verständnis ist essentiell, um intelligente, skalierbare und vertretbare Webdesigns zu erstellen. Die Erkenntnisse aus seiner Arbeit an der Methode sammelt Brad in dem bald erscheinenden Buch Atomic Design.

Den krönenden Abschluss übernahm Stephen Hay, der Autor von Responsive Design Workflow. Stephen war außerdem Co-Autor des Smashing Book #3, unterhält den Blog The Haystack und ist mit seiner Firma Zero Interface als Berater tätig. In seinem Vortrag „Maintaining Simplicity“ sprach er über das Paradoxon, dass jedem die Vorteile der Einfachheit bekannt sind, viele Designer und Entwickler allerdings dazu neigen, von Natur aus simple Dinge unnötig zu verkomplizieren. Dies führe dazu, dass im Nachhinein sehr viel Zeit darauf verwendet werde Probleme zu beseitigen, die anfänglich durch unnötige Komplexität beim Designprozess entstanden seien. So würden Projekte oftmals schon während des Entstehungsprozesses ruiniert. Stephen zeigte auf, wie und warum wir die Dinge unnötig verkomplizieren und stellte progressive Lösungsansätze vor, mit denen man dem entgegenwirken kann.

Die MOBX 2015 war eine super Veranstaltung mit beeindruckenden Rednern und tollen Vorträgen. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei.



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